Gastschafsbrief Nr. 7

Als wäre dieser Schafsbrief auf unsrem Mist gewachsen.....  Danke an das Mutterschaf!

 

Mutterschaf schart ihre Lämmer um sich

 

Genug geblökt!

Da der Hirte aus Trier meine Lämmer offensichtlich sehenden Auges dem Abgrund entgegen führt bleibt mir nichts anderes übrig, als mit meinen Lämmern die Herde zu verlassen.

 

Mit Entsetzen nehme ich die offenbar gängige Praxis im Bistum Trier (und auf allen anderen Schafweiden?!) zur Kenntnis, dass Priester, die Kinder und Jugendliche mit lebenslangen Folgen geschädigt haben, weiter als Priester beschäftigt werden und damit auch meine Lämmer gefährden.

Dabei mache ich keine Trennung wie der Hirte aus Trier, ob Priester „nur“ als Täter bei Jugendlichen, oder bei Kindern aufgefallen, „nur“ wegen Verjährung nicht bestraft, oder „nur“ wegen Besitz kinderpornographischen Materials vorbestraft sind, oder ein belämmertes Gutachten einen Unbedenklichkeitsschein ausstellt.

Bei all diesen Varianten bleibt mir das vorösterliche Frühjahrsgrün im Hals stecken.

 

Das Vertrauensverhältnis zu dem, was einen katholischen Priester ausmacht,

was ein solch schafs- und lämmernnahes Amt mit sich bringt ist durch

diese Taten UND die Täter und den erneuten Einsatz durch die Oberhirten unwiederbringlich zerstört.

Schlimm genug, dass es solche Täter gibt, leider gibt es sie an vielen Orten,

aber der Oberhirte beschützt mich und meine Lämmer nicht vor Täterhirten, er beschützt die Täterhirten vor den Konsequenzen ihres Handelns.

 

Obwohl, unter meinem Schafspelz juckt es mich gewaltig, ist es etwa schon kanonische Scrapie? Hat der Oberhirte es nicht nur gut gemeint, sondern auch gut gemacht?

 

MÖÖÖH, ich meine Nö.

Ich, wie viele andere Schafe halte aus moralischen und sicherheitsrelevanten Gründen solcherart auffällig gewordene Hirten für völlig ungeeignet als Priester und Vorblöker für Schafe und Lämmer.

Wie soll ich das meinen Lämmern erklären?

Dafür ist mein Schafsverstand offensichtlich zu simpel gestrickt.

 

Dass ich als Schaf meinen Hirten an die moralische, soziale und christliche Vorbildfunktion erinnern muss verursacht mir ja fast schon Moderhinke, auf jeden Fall umweht mich ein unguter Fäulnisgeruch.

 

Übrigens sind die Versetzung in Alten- oder Behinderteneinrichtungen keine Lösung, sondern eine Zumutung, da die dortigen Schafe erst Recht darauf angewiesen sind von Hirten umsorgt zu werden, die ihre Grenzen respektieren, ungeachtet dessen ob sie verbal, oder mental in der Lage wären eigene Grenzen zu setzen, oder verständlich zu blöken.

 

Und was mich ja fast in den Teich fallen ließ:

Wie der Oberhirte sagt sind die Täterhirten nicht qualifiziert genug für Verwaltungstätigkeit, daher werden sie wieder auf die Schafe und Lämmer losgelassen, natürlich kontrolliert, unter strengen Auflagen selbstredend, nach den Leitlinien, von Experten mit Perwoll gewaschen.

Gut, jetzt ist es wieder mal öffentlich geworden, dass es in A und B und C und D…..und Z nicht so war, aber ich verstehe, PRINZIPIELL ist es ausgeschlossen, dass ein Täterhirte…!?

 

Mähhhhh,

also es ist mir so was von Wurscht, ob so ein Hirte mit Dreck am Hirtenstab über- oder unterqualifiziert ist die Müllpresse zu bedienen, oder dem Oberhirten ein Butterbrot für die „Heilig-Rock-Wallfahrt“ zu schmieren, bei MEINEN Lämmern hat der nichts zu suchen, auch nicht bei den Lämmern auf der Nachbarweide.

Ich soll meine Lämmer selbst auf die Schlachtbank führen?

Geht’s eigentlich noch? Ihr wisst schon, dass Räude ansteckend und meldepflichtig ist?

 

Ich habe mit meinen Lämmern oft unser Seniorschaf auf einer katholisch geführten Altersweide besucht. Zur Freude der anderen Seniorschafe, der Schwestern (der weltlichen und geweihten) und des Priesters haben sie Farbe und Lachen in den grauen Alltag gebracht. Ich habe dort übrigens auch andere Kinder und Jugendliche Omas und Opas besuchen gesehen, Kindergruppen, die Adventsfeiern etc. gestaltet haben.

Wo und wie soll in einer solchen Einrichtung sicher gestellt sein, dass ein Priester mit entsprechenden Vorlieben das nicht ausnutzt?

Mir wird nachträglich ganz schlecht, was hätte passieren können…

 

Die Täterhirten haben ja wohl bereits bei Beichte und Reue gelogen, ist dem Oberhirten aus Trier mal in den Sinn gekommen, dass seine Mithirten ihn nach Strich und Faden belämmern?

Wenn der Hirtsprecher betont, alles sei streng nach den Leitlinien der Kirche verlaufen und nur etwas unglücklich (da öffentlich geworden???) dann sind die Leitlinien pardon, äh … ein dampfender Haufen Schafsdung.

 

Betont der Oberhirte aus Trier die besondere Beziehung eines Bischofs zu seinen Priestern, so betone ich als Mutterschaf die besondere Beziehung zu meinen Lämmern.

Sollen auf dem Rücken meiner Lämmer fragwürdige Experimente der Trennung zwischen Taten und Täter ausprobiert werden, da blöke ich ein lautes:

NÄHHH, NÄHHH, NÄÄHHH!

 

Ich möchte dem Hirten aus meiner Erziehungspraxis von kleinkindhaft trotzenden bis heftig pupertierenden Dagegen-Lämmern den Rat geben, dass es zu den Pflichten als Mutter- oder Vaterschaf gehört oft ein ganz klares „Nein!“ von sich zu geben, denn welches Lamm gibt schon freiwillig auf, wonach es ihm gelüstet und was es so leicht haben kann, ohne die erforderliche Konsequenz tragen zu müssen?

Mit der gängigen Hirtenpraxis werden weder Schafe und Lämmer geschützt, noch die Täterhirten vor sich selbst.

Sieht so das Verantwortungsbewusstsein im katholischen Schafsstall aus?

 

Seit zwei Jahren sehe ich mir an, was die Hirten tun, um die Herde und meine Lämmer vor Tätern zu schützen.

 

Was ich erlebe stellt die Regeln der christlichen Schafsweide komplett auf dem Kopf:

Opfer werden von der Herde weggebissen, Hirten, die in Erfüllung ihrer Bürger- und Hirtenpflicht Täter in den eigenen Reihen melden werden zum Wolf im Schafspelz gemacht und in die karge Wüste geschickt, während Täter fröhlich mit den Lämmern um den Altar stehen und Sakramente spenden.

 

Ja, MÄH; MÄH, MÄH

da entfahren mir doch alle unguten Winde auf einmal vor Schreck,

MÄHHH, in meinem Magen haben sich so viele unverdauliche Knäuel angesammelt,

da ziehen wir besser um,

auf eine andere Weide, ohne Hirten, dafür mit vielen anderen Schafen,

denen es endgültig reicht.

Schlimmer als im katholischen Schafsstall kann es nicht sein.

 

Ein bitter enttäuschtes und zorniges Mutterschaf…