Bewegung im Gehege:    

 

Liebe Mitschafe,

 

was Presseartikel anderer Redaktionen (Saarbrücker Zeitung und Trierrischer Volksfreund) doch bewirken...

 

Der Hirte lässt verlautbaren, dass man Fehler gemacht hat. Genau nicht einen, sondern gleich mehrere Fehler. Also einen nach dem anderen. Da soll doch ein Schaf nicht misttrauisch werden, ob dieser Abfolge.

 

Und der Kommentar im Trierrischen Volksfreund von Herr Seydlitz (16.12.2011) zeigt, dass das, was wir hier auf der Weide schon vermutet wurde, auch von anderen Stellen durchaus so gesehen wird.

Wir sehen uns jetzt nicht als Häretikerschafe, denn eigentlich geht es uns „nur“ um den Umgang mit unseren Mitschafen und den Umgang des Hirtens mit dem Thema. Es geht hier nicht um existentielle Glaubensfragen (dekompensierende Schafsspaltung) sondern um Glaubwürdigkeit und Prozessanalyse, und einer Strukturveränderung.

 

Die spannende Frage, die sich uns gerade bei einer Runde Schafskopf stellt ist: „Werden jetzt die hauptamtlichen Schafe, Herr Buchen (Dekanat Saarbrücken) und Frau Lehnert (KSJ) einen ordentlichen Hirtenrüffel kassieren? An dieser Stelle ein kleiner Hinweis an unseren Hirten Ackermann: Es ist an der Zeit endlich als souveräne Führungskraft in diesem Fall zu handeln, und dazu gehört sicherlich nicht, einzelne Schafe zu opfern, das sollte jetzt langsam mal aufhören.

 

Zudem scheint spätestens nach den letzten Pressemeldungen doch wohl klar, dass die Schafsgeduld vorüber ist. Unbesonnene Handlungen seitens des Hirtenstabs könnten zu unbesonnenen Handlunge n auf der Weide führen (O-Ton von unserem Revoluzzerschaf ).

 

Gerade eben mussten erste Schafe daran gehindert werden nach Trier zu ziehen, da das Unverständnis, ja die Empörung noch größer geworden ist. Als Hintergrund: Unser Pressschaf stürzt in die Schafskopfrunde und wedelt aufgeregt mit der neusten Pressemitteilung des Bistums Würzburg umher. Quelle

 

Das soll Schaf mal verstehen:

Die machen innerhalb von 4 Tagen Nägel mit Köpfen in Würzburg, inklusive Unterrichtung der betroffenen Pfarrgemeinden durch den Generalvikar. Das nennen wir mal professionellen Umgang mit solchen Situationen.

Wir haben gerade eine Spendenbox an unser Holzgatter genagelt. Aus den Spenden soll eine Fortbildungveranstaltung für Bischof Ackermann, den Generalvikar und den Personal-verantwortlichen finanziert werden.

Thema: Professionelle Umsetzung eigener Richtlinien vor Einsetzen möglicher Medienschelte.

 

Bisher dachten wir, dass in der Hirtenwelt Konsens über den Umgang mit Mißbrauchsfällen besteht.

 

Der Ermessensspielraum – zumindest zeitlich gesehen – kann da wohl zwischen 4 Tagen und knapp 11 Monaten liegen.

 

Oder sehen die Würzburger das mit einer angemessenen Ernsthaftigkeit, die unserem Ordinariat in Trier derzeit völlig abhanden gekommen ist. Erklärungsbedürftig ist dieser Unterschied allemal.

 

Unser Schwarzes Schaf hat sich jetzt endlich auch mal zu Wort gemeldet.

Hier der gekürzte – nun auch veröffentlichbare – Inhalt: „Ich glaube, dass der Hirte seinen Laden nicht im Griff hat, oder agiert da jemand selbstherrlich im Hintergrund, der die Fälle nach seinen „Regeln“ bearbeitet? Was heißt der Bischof war über jeden einzelnen Schritt informiert? Umso schlimmer, dann muss man irgendwann ja mal auf die Idee kommen, irgendwie müsste jetzt mal was getan werden. Wer trifft eigentlich die Entscheidung über die weiteren Vorgehensweisen? Herr Ackermann persönlich oder der Personalverantwortliche, Herr Kneib, oder welche dunkle Macht im Hintergrund? Also muß doch an dem besagten 15. Januar 2011 oder – lange danach – einer, oder mehrere im Hirtenstab die Entscheidung gefällt haben, dass jetzt erst mal nix gemacht wird. Geht die Kommission gar auseinander und beschließt mal nix? Ganz schlimm wäre die Variante: Der ist jetzt so arg gebeutelt, dem können wir jetzt nicht weiteres Leid aufbürden. Keines unserer Schafe wünscht anderen Schafen solche Gewalterfahrungen, wie Pfarrer K. es erfahren musste, aber ein inkonsequenter Umgang mit Tätern kann nicht geduldet werden. Ich spreche mich dafür aus, jetzt mal genau hinzusehen, was der Hirtenstab da treibt. Hat jemand von euch seit März 2010 mal aktuelle Zahlen gesehen? Würde mich echt mal interessieren, wie viele „Fälle“ genauso dilettantisch bearbeitet wurden.“

 

Soweit, der zensierte Text von unserem schwarzen Schaf.

 

37 entschädigte Fälle (fünf noch offen) aus dem Hilfsfonds – das ist so was wie ein Lammfonds – also eine Konzentration aus lange gekochten Zutaten, im Bistum Trier aber falsch verstanden, denn bei 5.000 € denkt man eher an eine dünne Suppe. Die holländischen Hirtenkollegen sind da etwas eher auf der Höhe der Zeit, da geht die Entschädigung bis zu 100.000 € und die Übernahme der Therapiekosten.

 

Nun mal ans Zahlenwerk:

 

Zitat aus der Pressekonferenz mit Hirte Ackermann 2010:

Prälat Dr. Rainer Scherschel, Bistums-Beauftragter für Fälle des sexuellen Missbrauchs im Raum der Kirche, berichtet über Vorwürfe gegen 27 Priester seit 1950. Seit 2000 gab es vier "Fälle", alle sind gerichtlich geklärt worden. Die betreffenden Priester wurden so eingesetzt, dass sie dienstlich nicht mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen...  . Viele Opfer wollen vor allem, dass ihnen "das Bistum" einmal zuhört - und wollten ausdrücklich nicht mehr. Andere Opfer haben um ein Gespräch gebeten. Einige Opfer benötigen auch heute noch seelische oder therapeutische Hilfe...

 

 

Nun musste mal kurz unser Zählschaf ran. Also 27 seit 1950, plus 4 seit 2000 bis März 2010 sind dann 31 Fälle. So müssten bis Dezember 2012 dann noch 19 Fälle dazugekommen sein.

Hat nun die Einrichtung einer Hotline zu diesem sprunghaften Anstieg geführt? Wenn ja, dann war diese wirkungsvoll. Was war aber zwischen 2000 und März 2010 ?

 

Ach ja. Unser Archivschaf , Arnie, hat mal gestöbert: Pressemitteilung vom 02.12.2002 - Bischöfliche Pressestelle: …

Gleichzeitig wurden die Leitlinien, die die Deutsche Bischofskonferenz Ende September zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche beschlossen hatte, mit der Veröffentlichung in der Dezember-Ausgabe des „Kirchlichen Amtsblatt“ des Bistums Trier in der Diözese in Kraft gesetzt. In den Leitlinien hatten die Bischöfe ihr Anliegen betont, „alles zu tun, um dem sexuellen Missbrauch Minderjähriger stärker entgegen zu wirken und Wiederholungstaten zu verhindern.“„Gott sei Dank handelte es sich dabei im Bistum Trier bisher um seltene Ausnahmefälle,“ sagt Scherschel. (Anmerkung: Literaturschaf, wunderbare Formulierung)

 

Das stimmt mit etwa 4 Fällen in diesem Zeitraum überein. Da ist er wieder der Zynismus:

Sind die 27 vorher vergessen, ganz zu schweigen, von den in den kirchlichen Amtsstuben

verloren gegangenen Fällen, von den kleingeredeten oder gar nicht erst aufgenommenen Fällen.

Siehe erster Versuch von Frau „Gerlach“. Wir sind Viele....

 

Oder wie in dem Fall von Herrn Benedikt Trappen Anfang 2010 (!): Quelle Spiegel

 

…Nach tagelangem Warten schrieb Trappen besorgt dem Bistum Trier - sein Anliegen könne vielleicht untergegangen sein, da er lediglich eine formale Eingangsbestätigung bekommen habe. Er solle sich gedulden, antwortete der Bistumssprecher, es sei ja "erst ein kurzer Zeitraum" seit seiner Anfrage vergangen.


Am 11. März (2010) erhielt Trappen eine Mail aus Trier. Der Prälat Dr. Rainer Scherschel, bei dem seine Post "mit der Bitte um Bearbeitung" gelandet sei, schrieb, Trappens Text von 1982 sei ja "nur" ein literarisches Werk, "in dem tatsächliches Geschehen und Dichtung ineinander verwoben sein können." Trappen solle "konkrete Angaben" über die genauen "Missbrauchs-Vergehen" des Geistlichen machen.

 

Trappen beruft sich auf drei Zeugen, zwei davon sind selbst vom Beschuldigten missbraucht worden. Beide haben wie Trappen lange geschwiegen, vor wenigen Tagen zeigten sie den Missbrauch bei der Kirche im Bistum Trier an. Das gibt Trappen große Hoffnung, dass sich noch mehr melden und der Kleriker sich nicht länger herausredet.  

 

Alleine der Fall Trappen müßte – laut unserem Zählschaf dann schon drei mal in die Statistik eingehen – Oder werden Einzeltaten eines Täters wohlwollend als ein „Fall“ zusammengerechnet?

Schafsscharf schließt unser Zählschaf: Hier fehlen ein paar Latten im Zaun der kirchlichen Statistik. Und die neue Statistik ist nicht veröffentlicht, gab es mal wieder nur für zweibeinige Schreiberkollegen.

 

Hat man mit dem jahrelang zuständigen Mißbrauchsbeauftragten, Herrn Scherschel, einen Menschen zum Beauftragten gemacht, der seine Aufgabe eher darin sah, Unheil vom Bischof fernzuhalten, die Kirche vor Vorwürfen zu schützen?

 

Opfer übe dich in Geduld, dein Begehr ist er erst kurz zu uns vorgedrungen, beweise deine Vorwürfe, prüfe dein Gedächtnis, war es gar nur ein Traum?, ist es Realität?, hat der erniedrigende Akt in Wahrheit  stattgefunden? 

 

Hier fehlen auch ein paar Latten im Zaun, aber nicht auf Opferseite.

 

Kleine, aber feine Randnotiz: Laut gut informierten Schafen waren Hr. Scherschel, der langjährige Personaler und Mißbrauchsbeauftragter und der langjährige Täter und Pfarrer K. aus Burbach Studienkollegen.(            Platzhalter für eigene, wilde Schaftheorien           )

 

 

Lieber Hirte, da musst du jetzt mal gründlich aufräumen und reelle Zahlen auf den Tisch legen:

 

Zahl der gemeldeten Fälle, davon strafrechtlich verfolgt, davon mit kirchenrechtlichem Verfahren begleitet, verjährt, entschädigt, gemeldet wann, an wen, bearbeitet von, Ergebnisse der Verfahren, etc., etc.... .

Unser Zählschaf bietet Hilfe zur Anfertigung einer aussagekräftigen Statistik an.

 

Gestern ist  eine Schafsabordnung der Nachbarweide gekommen und hat nachgefragt, was sie unterstützend tun können.

 

Unsere Idee:

Mails mit Infos zum Thema an unser Postschaf senden, sehr hilfreich wäre es, wenn sich Mißbrauchsopfer bei uns melden, die zwischen 2000 und März 2010 (aber auch danach!) in Trier gemeldet haben, mit kurzen Angaben, damit wir den Beweis erbringen können, dass offenkundig Schafsverdummung betrieben wird. Von einzelnen oder von mehreren im Hirtenstab.

 

Lieber Hirte Ackermann, es ist an der Zeit,  Zeichen zu setzen, eine Entschuldigung reicht nicht aus.

Ordnung schaf  fen wäre hilfreich.

 

Unsere für nächstes Jahr an Ostern geplante Lammfreizeit können wir jetzt leider nicht mehr durchführen.

Die ehrenamtlichen Schafe fordern das erweiterte Schafsführungszeugnis auch für alle Hauptamtlichen - also auch den Pfarrer. Da sind wir jetzt im Dilemma.

 

(Anm. Korrekturschaf: Das Führungzeugnis wurde zwar von allen angefordert, aber sind auch alle eingegangen? Wir fragen da  mal bei Gelegenheit nach)

 

MÄH!