Strohfeuer oder ernstzunehmendes Angebot ?

 

Määäääh, Mh, Mähh, MÄÄÄÄÄÄHHHHH,  MüüHH, Mähhh,mähh, - meeh - mehr., MEHR...

schallt es auf der Weide !

 

wir haben eine Reaktion aus Trier, der Hirte entschuldigt sich. Dafür aufrichtigen Schafsrespekt!

So was ist lange nicht passiert.

Aber lieber Hirte, für wen denn in Trier?

Mehrere Möglichkeiten:

 

1. Ich persönlich habe die Entscheidung getroffen, dafür entschuldige ich mich, oder

2. Ich entschuldige mich für die Entscheidung des Generalvikars  Hr. Holkenbrink, oder 

3. Ich entschuldige mich für die Entscheidung des Personalverantwortlichen Hr. Kneib, oder

4. Ich entschuldige mich für die Entscheidung unseres Gremiums, oder

5. Ich entschuldige mich für  Hr. X, Hr. Y denn wir haben es versäumt überhaupt zu entscheiden..

 

Das bleibt alles etwas undurchsichtig, nach wie vor, da muss noch eine genauere Erklärung folgen.

Die Schafsfreude ist etwas gedämpft ob der Tatsache, dass in der Saarbrücker Zeitung vom 23.12.2011 dem Schafsvolk mitggeteilt wurde, dass personelle Konsequenzen nicht folgen würden. Ja was ist das denn für eine Nulltoleranzstrategie? Nur den Tätern gegenüber?

Wo bleibt die Nulltoleranzaussage denjenigen gegenüber, die die Taten verschleiern, verschleppen, verharmlosen? Denjenigen gegenüber, die Aufklärung nicht ernsthaft betreiben.

 

Ein Schafstrost: Die Formulierung, dass personelle Konsequenzen nicht folgen würden, ist ja widerrufbar, denn mit diesem Ausschluss hast Du, mein Hirte, oder besser dein Sprecher die nächste Steilvorlage geliefert.

Scheiße gelaufen, aber halb so wild, alles wird gut, und dafür muss niemand zur Schlachtbank geführt werden. Dafür nicht und für die ganzen Fälle zuvor auch nicht. Das ist bei Kirchens so. Die geballte Härte wird - wenn überhaupt entdeckt - auf Opfersrücken und Tätersrücken ausgetragen.

 

Wie lange soll das Ritual eigentlich noch laufen?
In Schafkreisen ist es ab und an üblich, dass Mann/Frau sich auf die Prinzipien, Regeln und Werkzeuge personalpolitischer Grundsätze besinnt.

Das könnte bedeuten, dass bei

  • Fürsorgepflichtsverletzung des Arbeitgebers - hier auch dem Täter gegenüber -
  • Mißachtung von Leitlinien
  • Mißachtung von vorgegeben (die es doch gibt? Das hofft die Schafgemeinde zumindest) Abläufen bei der "Bearbeitung" von Mißbrauchsfällen

der Personalverantwortliche Verantwortung übernimmt, das ist nicht mit einem offenen Brief, oder mit dem - fast lämmerhaften Ablenkungsversuch - eine neue Fachstelle für Kinder- und Jugendschutz anzubieten erledigt. Das geht nach Ansicht unseres Analyseschafs völlig in die falsche Richtung.

Es braucht zuerst eine Analyse des Prozesses, hernach eine gute Lösung.

Im jetzigen Licht erscheint die neue Fachstelle wie die Riesenchampignons auf unserer Weide, die seit einiger Zeit bedohlich hoch unser Stroh in weiße Kunststofffolien einwickeln. Die waren plötzlich da, ohne unseren Schafsverstand mal mit einzubeziehen. Stroh aus diesem Dingern schmeckt verdammt nach Kunststoff.

 

Statement Schwarzes Schaf:

Schafe, Ich hab meine Kontakte nach Trier, das ist so gelaufen:

 

Der aufgescheuchte Hühnerhaufen war in Zugzwang. Das kann nur so gelaufen sein, glaubt mir.

Treffen der Bischofsleitung: Wie stellen wir die blöckende Herde ruhig?

Offener Brief, kleine Entschuldigung, Treffen anbieten, Fachstelle aus dem Boden stampfen, Ruhe im Karton... Abwarten. Weihnachten nimmt da den Druck aus der Geschichte. 

 

Es gilt jetzt klare Kante zu zeigen, mein Hirte, ruf doch mal den Kardinal Marx an, der hat das doch auch schon mal gehabt das Thema. 


Zwischenfrage eines unserer Lämmer:

Wer ist Kardinal Marx?

...Das ist der Bischof, der vor Hirte Ackermann in Trier gemeinsam mit dem damaligen Personalverantwortlichen und Mißbrauchsbeauftragten, Dr. Scherschel, die guten Zahlen in Trier geliefert hat (4 Fälle von 2000 bis 2010). Der hatte damals relativ wenig Zeit, sich gut um das Thema zu kümmern, denn er musste an seiner Karriere arbeiten und hat zudem an einem Buch gearbeitet - das Kapital -, da bleibt das ein oder andere schon mal liegen. Und manchmal entgleist der gute Mann verbal schon mal:

Im Jahr 2011 nahm Marx am Gesprächsforum der katholischen Kirche in Mannheim teil und nannte laut Evangelischem Pressedienst als einen Schwerpunkt für Veränderung in der katholischen Kirche den Umgang mit „gescheiterten und zerbrochenen Menschen, wozu er unter anderem Geschiedene und Homosexuelle zählte“.

Also, das ist der derzeit jüngste Kardinal, der muss sich noch ein wenig profilieren...

 

Was in Trier nicht so gut gelaufen ist, hat Kardinal Marx 2010 dann im neuen Wirkungsbreich nachgeholt. Hirte Ackermann, der Kardinal Marx hat ein Gutachten einer unabhängigen Anwaltskanzlei (Webseite Bistum München und Freising mit Gutachen) eingeholt das offen, klar und schonunglos  - zusammenfasst, was die tatbegünstigenden Strukturen im kirchlichen Bereich ausmacht.

Zudem hat im Bistum des Kardinals ein Prälat Verantwortung für sein Handeln übernommen und wurde von seinen Aufgaben entbunden (bestimmt nach 9 Monaten). Der Kardinal hat es vorgemacht, möglicherweise aus anderen Motiven, aber das Ergebnis geht in die richtige Richtung.

 

Zur Vorsicht mahnt jetzt gerade unser Analyseschaf.

Lieber Hirte Ackermann, der derzeit jüngste Kardinal im Stab hat noch viel vor. Möchte er in der nächsten Sitzung der Deutschen Bischofskonferenz nochmal gezielt, oder auch verdeckt auf sein Wirken und seine fortschrittlichen Umgang mit dem Thema Mißbrauch hinweisen? Wenn alle Bischöfe mitziehen haben wir bald einen neuen, durch die Deutsche Bischofskonferenz berufenen Mißbrauchsbeauftragten. Denn eigentlich ist das, was Kardinal Marx derzeit vorantreibt, doch deine Baustelle. Oder sind wir da mal wieder fehlinformiert?Zudem läuft es für Dich im Moment nicht so gut.

 

Kardinal Marx ist stark involviert bei dem Projekt:


"Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung"

Internationaler Kongress über sexuellen Missbrauch Minderjähriger


Erzbistum fördert Missbrauchskonferenz in Rom

Kardinal Marx referiert auf Tagung „Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung“
Veranstalter Päpstliche Universität Gregoriana dankt Gläubigen aus Erzdiözese für Unterstützung

Mit Unterstützung der Erzdiözese München und Freising veranstaltet die Päpstliche Universität Gregoriana Anfang 2012 einen internationalen Kongress über sexuellen Missbrauch Minderjähriger. Im Rahmen der Tagung mit dem Titel „Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung“ vom 6. bis 9. Februar 2012 in Rom referieren neben Fachleuten aus aller Welt auch der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, und der Präfekt der für die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zuständigen vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal William Joseph Levada. (mehr lesen zum Internationalen Kongress)

Mit 250 000 Euro ( damit wären laut Zählschaf  50 Opfer entschädigt ) fördert das Erzbistum die Tagung sowie die Entwicklung eines Internetportals zur Prävention sexuellen Missbrauchs. Die Päpstliche Universität dankt auf ihrer Homepage „ganz besonders den Gläubigen der Erzdiözese München für ihre Großzügigkeit, durch die diese Tagung möglich wird“. Durch ihre finanzielle Unterstützung hätten sie „den Verantwortlichen die Chance gegeben, Instrumente zur Heilung und Erneuerung“ zu entwickeln.

 

Der Kardinal geht eigene Wege mein Hirte, der rauscht sozusagen gerade im Schafstempo, besser im Schweinsgalopp,  an Dir vorbei.

 

An dieser Stelle ein Schafsblöcken nach Bayern: Kardinal Marx, einen zweiten deutschen Papst, in direkter Nachfolge zu Papst Benedikt wird es nicht geben. - Hoffentlich -

 

So viel zu den wilden Schafstheorien unseres Analyseschafs außerhalb kirchlichen Sandsteins.

 

Zurück in die Realität. Wir hoffen, dass das angekündigte Treffen zu Beginn des Jahres 2012 mit Bischof Ackermann zu guten Ergebnissen führt. Viele Schafe, die derzeit noch empört blöcken, möchten konstruktiv dazu beitragen, dass eine gute Lösung gefunden wird in Zukunft dem Thema, aber vorallem den Opfern gerecht zu werden.

 

Ein Schafstritt zum Ende:

Der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) in Trier wurde vom Generalvikariat verboten, weiterhin das offizielle Heilig-Rock-Logo zu verwenden. Wohl wegen der Formulierung: " Damit aus dem Heiligen Rock nicht der Mantel des Schweigens wird".... Also doch ein kleiner  Hirtenrüffel in Richtung KSJ und Frau Lehnert, die ja derzeit hilft, dass sich was ändert.

Das zeugt von der augenblicklichen Nervosität im Vorfeld des Großereignisses, zeugt aber auch von wenig Frustrationstoleranz den  angesprochenen, strukturellen Mißständen gegenüber.

Eine Vermischung der beiden Realitäten scheint aber derzeit wirkungsvoll zu sein.

 

Jetzt warten wir gespannt auf den großen Hirtenrüffel hinter den dicken Mauern.

 

Im Sinne der Entwicklung einer neuen Realität gilt auf Schafsseite derzeit der alte Schafsspruch: Nützlich ist, was wirkt !

 

Und ein Mahnblöcker noch an bärtige  Karrieristen auf der großen Hirtenweide:

Wer das Thema jetzt instrumentalisiert stellt sich ganz abseits von der Schafsweide auf.

 

Mäh!

 

 

Quellen: SZ vom 23.12.2011, Webseiten des Erzistums München und Freising